Regie
Joachim Walther
Buch
Joachim Walther
Kamera
Eduardo Duwe
Schnitt
Florian Eisner

Am Beispiel von zwei völlig unterschiedlichen Regionen in Brasilien und Kenia wird deutlich, wie Großkonzerne auf Kosten der Gesundheit Kasse machen. In Europa und Nordamerika verzeichnen Lebensmittelkonzerne kaum noch Wachstum. Deshalb haben die großen Hersteller ihren Fokus auf neue Märkte in Schwellen- und Entwicklungsländern gelegt. Dort verkaufen die multinationalen Konzerne kleine Packungen mit großen Gewinnen. Sie versprechen gesunde Markenqualität für jedermann und bieten überwiegend Fertigprodukte mit viel Salz, Zucker und Geschmacksverstärkern an. Die Folgen sind Übergewicht und Diabetes, und das in Gesellschaften, die durch Armut und Mangelernährung ohnehin vorbelastet sind. Für viele Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern ist Convenience Food made in Europe ein Statussymbol. In Brasilien und Kenia machen sich multinationale Konzerne das zunutze, indem sie gezielt die Armen ansprechen. In Mini-Packungen, sogenannten PPPs – popularly positioned products – werden Markenprodukte zu Cent-Beträgen verkauft. In Schulungen werden Frauen aus Slum-Gebieten dazu ausgebildet, die Produkte in ihrem privaten Umfeld zu vertreiben. Begehrte Jobs für die meist ungelernten Frauen, die sich darum reißen, für internationale Lebensmittelkonzerne zu arbeiten. Auch das ist Konzernpolitik, scheinbar soziale Verantwortung dort zu übernehmen, wo der Staat es nicht tut. Für Kritiker wie Dr. Carlos Monteiro, Professor für Ernährung und Gesundheit an der Universität São Paulo, ein Widerspruch: ungesunde Produkte in Massen an die Menschen zu bringen und sich gleichzeitig als Wohltäter zu präsentieren, das sei Greenwashing auf Kosten der Ärmsten.

Kontakt: ZDF/3sat, Subkoordination Dokumentationen, Wirtschaft, 55100 Mainz