Flucht vor dem Klimawandel (planet e.)
Deutschland 2015, 29 Min.

Regie
Bernd Reufels
Buch
Bernd Reufels
Kamera
Tiemo Fenner, Francisco Lopez
Schnitt
Miriam Weinandi
Fernsehsender/Produktion
ZDF, Red. Umwelt, Rolf Markert

Bei den aktuellen Diskussionen um die Flüchtlinge, bleibt die Flucht vor dem Klimawandel meist noch unbeachtet. Bernd Reufels hat im Senegal und in Bangladesch nachgeforscht, wie dort das veränderte Klima Lebensgrundlagen zerstört und Menschen zur Flucht treibt. In den kommenden Jahrzehnten rechnet die UN mit bis zu 350 Millionen Klimaflüchtlingen. Derzeit, so schätzen Hilfsorganisationen, sind mindestens 25 Millionen Menschen wegen Naturkatastrophen, Wüstenbildung und Verkarstung aus ihrer Heimat geflohen. Koko Warner von der UN-Universität Bonn trifft in Bangladesch Familien, die aus Überschwemmungsgebieten in die Slums der Hauptstadt gezogen sind. Sie haben es beson-ders schwer, da veränderte Umweltbedingungen nicht als Asylgrund akzeptiert werden. Überschwem-mungen bedrohen auch die Westküste Afrikas. Im Senegal verschwinden Dörfer und Felder im Meer. Offiziell gilt der Senegal als „sicheres Herkunftsland“. Doch sind die Küstengewässer leergefischt, da die senegalesische Regierung die Fischereirechte an europäische und japanische Firmen verkauft hat, die mit großen Trawlern auf Fangzug gehen. Riesige Ländereien werden von Regierungsseite an internationale Konzerne verpachtet, die dort für die Märk-te der Industrienationen Öl produzieren und dabei der Umgebung das Wasser entziehen. Kleinbauern sitzen dadurch auf ausgetrockneten Äckern und kämpfen um die letzten Brunnen. Oder sie verlassen den Senegal: 2014 flohen rund 1.000 Senegalesen nach Deutschland – 2015 werden es deutlich mehr sein.

Kontakt: ZDF, Red. Umwelt, 55100 Main