Zona Norte
Deutschland 2016, 89 Min.

Regie
Monika Treut
Buch
Monika Treut
Kamera
Bernd Meiners
Ton
Tatiana Coelho
Schnitt
Margot Neubert-Maric
Fernsehsender/Produktion
ZDF/3sat,Filmred. Daniel Schössler, Hyena Films

2001 hat Regisseurin Monika Treut die Menschenrechtlerin Yvonne Bezerra de Mello porträtiert, die sich um Straßenkinder in Rio kümmert. Nach 15 Jahren fragt sie, was aus den Kindern von damals geworden ist und wie es um das Projekt steht. 15 Jahre nach ihrem Film „Kriegerin des Lichts“ hat sich vieles verändert, vor allem die Stadt Rio ist nicht mehr wiederzuerkennen. Die Fußball-WM 2014 und die Vorbereitungen auf die Olympischen Sommerspiele 2016 haben ihre Spuren hinterlassen. Der den Mega-Sportereignissen geschuldete, extreme Militäreinsatz gegen die Bewohner der Favelas hat bürgerkriegsähnliche Zustände provoziert. Fast täglich eskaliert die Gewalt. Der damals 13-jährige Tiago hatte als Sechsjähriger das Candelaria-Massaker überlebt, bei dem acht Straßenkinder brutal von der Polizei ermordet wurden. Der HIV-positive Junge trug als Schuhputzer zum Unterhalt seiner zehnköpfigen Familie bei und träumte davon, Automechaniker zu werden. Vanessa, ein begabtes, lernbegieriges Mädchen, sehnte sich nach einem Leben ohne Leid und hoffte, später Anthropologin zu werden. Die Schwestern Pamela, Joice und Gessica erfuhren nur in Yvonne Bezerra de Mellos sicherem Haus, dass das Leben nicht nur aus Gewalt, Drogen und Vernachlässigung besteht. Die Kinder von damals sind heute junge Erwachsene. Sie sind Beweis dafür, dass eine alternative Pädagogik langfristig den Teufelskreis von Armut und Gewalt zu durchbrechen vermag. Aus der langjährigen Arbeit hat Yvonne Bezerra de Mello mittlerweile eine neue Pädagogik entwickelt, die durch Gewalt und Krieg traumatisierten Kindern weltweit helfen kann, ihre Erfahrungen und die daraus resultierenden Lernprobleme zu überwinden.

Kontakt: ZDF/3sat Filmred., 55100 Mainz, e-mail: schoessler.d@zdf.de