Regie
Jochen Breyer, Tim Gorbauch
Buch
Jochen Breyer, Tim Gorbauch
Kamera
Henrik Eichmann, Mirko Schernickau
Ton
Marvin Schneider, Michael Zeilinger
Schnitt
Robinson Krause
Fernsehsender/Produktion
ZDF, Red. Dokumentationen, Claudia Ruete

Am 12. Juli 1998 köpft Zinedine Zidane Frankreich ins Glück. Für die Grande Nation wird die Nationalmannschaft zum Symbol geglückter Integration. Doch davon ist heute nur wenig übrig. Wie geht das Land heute mit einer Mannschaft um, deren Spieler zum Großteil Migrationshintergrund haben und in dem die rechte Partei Front National gleichzeitig zu einer fast mehrheitsfähigen politischen Strömung geworden ist? Der Autor trifft ehemalige und aktuelle Spieler, Lilian Thuram und Bixente Lizarazu zum Beispiel. Heute engagiert sich Thuram gegen Rassismus und ist Mitglied im Integrationsrat der französischen Regierung. Inzwischen, erzählt Thuram, gilt die Nationalmannschaft nicht mehr als Vor-, sondern als Spiegelbild einer in sich völlig zerrissenen Gesellschaft. Über sie werde in einem Ausmaß öffentlich debattiert und gestritten, wie es in Deutschland kaum vorstellbar sei. Nach den Skandalen und dem frühen WM-Aus 2010 in Südafrika wurden die Spieler öffentlich beschimpft. Der damalige Staatspräsident Nicolas Sarkozy sorgte sich um die „nationale Identität“ der Nationalmannschaft. Marine Le Pen, Chefin der Partei Front National, ging noch einen Schritt weiter: Sie erkenne sich in der Nationalmannschaft nicht wieder, die meisten Spieler trügen „eine andere Nation im Herzen“. Die Einheit war zerbrochen. In der öffentlichen Wahrnehmung gab es „richtige“ Franzosen und „falsche“. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Im Gegenteil, die französische Nationalmannschaft „L’Équipe tricolore“ ist Spielball einer aufgeheizten Debatte, die seit den verheerenden Anschlägen in Paris nochmal an Schärfe gewonnen hat.

Kontakt: ZDF, Red. Dokumentationen, 55100 Main, e-mail: ruete.c@zdf.de